Autor: Marcel Proust
Titel: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Verlag: Suhrkamp Verlag KG
ISBN: 3518039490
Preis: 92,00 Euro
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Autor: Marcel Proust
Titel: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
Verlag: Suhrkamp Verlag KG
ISBN: 3518039490
Preis: 92,00 Euro
Marcel Proust, der 1871 in Auteuil unweit des Bois de Boulogne geboren wurde, wuchs wohlbehütet als Kind französisch-deutscher Eltern in Paris auf. Sein frühes Interesse für Literatur und Malerei führten ihn bereits im Alter von 17 Jahren zu ersten schriftstellerischen Versuchen sowie zu ersten Besuchen in den aristokratischen und großbürgerlichen Salons von Paris. Seine früheste Buchveröffentlichung "Tage der Freude" im Jahre 1896 wurde eher wenig beachtet, führte aber zu einem Duell mit dem Kritiker Jean Lorrain. Prousts Hauptwerk "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" umfasst sieben Bände mit insgesamt mehr als 3000 Seiten und entstand - die Vorbereitungszeit mit eingerechnet - in einem Zeitraum von ca. 20 Jahren. Mehr als die Hälfte der Bände wurde erst nach seinem Tod veröffentlicht. Kurz nach dem 2. Weltkrieg erhält er für den 2. Band der "Recherche" die höchste französische Auszeichnung für Literatur - den "Prix Goncourt". Fast alle weiteren Arbeiten Prousts - wie etwa "Gegen Saint Bouef" oder "Jean Santeuil" - erscheinen im Licht der alles dominierenden "Recherche", nehmen diese zum Teil vorweg oder bereiten sie vor. Neu ist bei Letzterer Prousts Konzeption einer dialektischen Verflechtung von erinnerndem Ich-Erzähler und dem erinnerten "Ich". Die Suche nach der verlorenen Zeit, mit Hilfe des Wiederbelebens einer bereits vergangenen, subjektiven Wirklichkeit stellt den mathematischen Zeitbegriff grundlegend in Frage und stellt diesem eine innere Zeitlichkeit entgegen, die durch die Aufmerksamkeit für zufällige Sinneseindrücke, wie beispielsweise dem Geschmack eines in Lindenblütentee getauchten Gebäcks, immer wieder neu evoziert werden kann. Proust entwickelt dabei eine rhythmisierte Sprache, die sich in immer weiteren Spezifikationen zu ausgedehnten und verflochtenen Satzlabyrinthen verdichtet. Er verbindet in der Figur des "Marcel" autobiographische und fiktive Elemente und stellt dabei eine Vielzahl von Personen und Handlungen in den Kreisen der obersten Gesellschaftsschichten vor. Anders als bei Balzac geht es aber bei Proust nicht um die minutiöse, fast schon detailbesessene Beschreibung der Wirklichkeit, die in jedem noch so banal erscheinenden Ding die magische Beseeltheit desselben zu entdecken vermag, sondern um das zuweilen in alltäglichen Gewohnheiten und Begebenheiten aufscheinende, eigentliche Wesen der Dinge und der Welt. Dabei wird die Liebesbeziehung zu Albertine, die damit einhergehende Eifersucht, ihre Ignoranz und Albertines schließlicher Unfalltod zu einem mehrere Bände überspannenden Thema. Der Entschluss Marcels nach dem Tod von Albertine ein Buch über das Erinnern, gegen die Macht der Gewohnheit und gegen das Vergessen zu schreiben, ist am Ende des Romanzyklus bereits eingelöst. "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" wurde, indem es das literarische Schaffen selbst thematisiert, zu einer künstlerisch vermittelten Theorie des Kunstwerks.