Sylvia Plath - Die Glasglocke-Cover

Autor: Sylvia Plath
Titel: Die Glasglocke

Verlag: Suhrkamp Verlag KG
ISBN: 351822221X

Preis: 14,80 Euro


31 Jahre alt war Sylvia Plath, als sie ihren beiden Kindern Milch und Brot ans Bett stellte, das Schlafzimmer versiegelte, in der Küche dann die Gashähne aufdrehte und ihren Kopf in den Herd legte. Der Freitod der amerikanischen Schriftstellerin 1963 beendete ein Leben geprägt von Verzweiflung und Depression, aber auch erfüllt von Ehrgeiz und Erfolg. Die Hochbegabte veröffentlichte bereits mit 17 Jahren ihre erste Kurzgeschichte, die teils schockierende Ausdruckskraft ihrer Lyrik ist mit einer Zuordnung zur „confessional poetry“ der 60er Jahre oder auch zur feministischen Literatur nur unzureichend beschrieben. Sylvia Plath scheiterte im pathologischen Sinn an sich selbst, war paranoid und durchlitt psychiatrische Behandlungsmethoden der brutalen, dafür aber erfolglosen Art. Sie repräsentiert als Frau gleichermaßen den Widerstand gegen überkommene Rollenzuweisungen wie den Anspruch, beruflich und auch als Ehefrau und Mutter gesellschaftlichen Mustern zu genügen. Diesen Konflikt und die damit verbundenen Qualen reflektierte sie literarisch auf hohem Niveau auch in ihrem einzigen Prosawerk „Die Glasglocke“. Der stark autobiographisch gefärbte Roman schildert die Wünsche und Nöte der 19jährigen Esther Greenwood, die zerrissen ist zwischen ihrem Ziel, eine erfolgreiche Schriftstellerin zu werden einerseits und den gesellschaftlichen Anforderungen, ihr Glück am heimischen Herd zu suchen andererseits. Als sie eine Absage aus Harvard bekommt, steigern sich Selbstzweifel und Ängste zu einem Gefühl der Ausweglosigkeit. Wie in einer Glasglocke von der Welt abgetrennt scheint sie zu ersticken und übernimmt durch einen Selbstmordversuch auf dramatische Weise die Verantwortung für sich selbst. Er misslingt und sie wird in psychiatrischen Kliniken behandelt. Aber erst nach dem Freitod ihrer Freundin und dem Verlust ihrer Unschuld beginnt ein langsamer Genesungsprozess. Dieser war der Autorin selbst nicht beschieden. Sie unterlag den eigenen Zwängen wie denen der Umwelt. Ihr literarischer Nachlass ist ein einzigartiges Zeugnis von einem Seelenleid, für das sie schließlich auch in literarischer Distanz keinen Trost mehr fand.



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