Pablo Neruda - Ich bekenne, ich habe gelebt-Cover

Autor: Pablo Neruda
Titel: Ich bekenne, ich habe gelebt

Verlag: Deutscher Taschenbuchverlag
ISBN: 3630620418

Preis: 11,50 Euro


Dem Chilenen Pablo Neruda hat es fast ein ganzer Kontinent zu verdanken, dass er literarisch bemerkt und anerkannt wurde. Nerudas Lyrik, sein politisches Eintreten für eine Welt ohne Faschismus sowie seine Neugier und Reisefreude machten ihn weit über chilenische Landesgrenzen hinaus bekannt. Nerudas lyrisches Werk zeichnet sich vor allem durch seine unvergleichliche Bildsprache aus, mit der er die seinem Schreibstil eigene, suggestive Kraft entfaltet. So ist denn Nerudas wortgewaltige und eindringliche Lyrik vielen anderen Dichtern auch heute noch Vorbild.
Gemeinhin wird Nerudas literarisches Schaffen in drei Perioden unterteilt:
War sein Frühwerk noch durch den Einfluss der europäischen Moderne und vor allem den französischen Surrealismus geprägt, entwickelte sich der Chilene im Laufe seines lyrischen und schriftstellerischen Lebens beständig weiter und löste sich von seinen europäischen Vorbildern. Das politische (Über-)Leben und Kämpfen in einem von der Diktatur geprägten Chile wurde zu Nerudas ureigenem Anliegen und spiegelte sich in seinem lyrischen Werk der zweiten Phase wider. Mitunter gerieten seine Veröffentlichungen aus dieser Zeit zu eifrigen Gedichten marxistisch-stalinistischer Prägung, die sich an das vorgegebene ideologische Schwarz-Weiß-Schema hielten. Der Niedergang des Stalinismus und die damit verbundenen Enthüllungen zahlreicher Gräueltaten lösten bei Neruda eine tiefe Krise aus, die ihn zur Neu- und Rückbesinnung zwang. Und hiermit wird die dritte und letzte Periode eingeläutet, die sich dadurch auszeichnet, dass Neruda wieder zu sich selbst und seiner eigenen Originalität findet.
"Ich bekenne, ich habe gelebt", ein aus zwölf Heften komponiertes, posthum veröffentlichtes Buch kann als Nerudas lyrische Memoiren gelesen werden. Des Dichters Interesse galt dabei einerseits historischen Anekdoten, mit denen er sein Talent als Geschichtenerzähler wieder einmal auf das Vorzüglichste unter Beweis stellen konnte. Gleiches Gewicht und Gehalt haben aber auch seine poetischen Erinnerungen an die Genese seines dichterischen Daseins, die er sprachgewandt und wortgewaltig - wie eh und je - vor seinen Lesern entfaltet. Der offene, fragmentarische Charakter seiner "Bekenntnisse" entspricht der Wort-Bedeutung: Neruda bereut nicht, sondern steht zu den Widersprüchen und Willkürlichkeiten seines gelebten lyrischen Lebens und vermag diese Kraft seines dichterischen Könnens, seinen Lesen in anmutiger, poetischer und nachhaltiger Weise mitzuteilen.
Pablo Neruda erhielt 1971, zwei Jahre vor seinem Tod, den Nobelpreis für Literatur in Anerkennung seines Gesamtwerkes.



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