Jean-Baptiste Molière - Der eingebildete Kranke-Cover

Autor: Jean-Baptiste Molière
Titel: Der eingebildete Kranke

Verlag: Insel Verlag
ISBN: 3458327142

Preis: 6,00 Euro


Jean-Baptiste Poquelin, genannt Molière, führte ein bewegtes Leben als Schauspieler, Autor und Intendant. Dabei hätte er in der Nachfolge seines Vaters als königlicher „Tapissier“ sorgenfrei arbeiten können. Doch 1643, im Alter von 21 Jahren, traf er die Schauspielerin Madeleine Béjart aus dem „Illustre Théâtre“ und war für das ehrwürdige Handwerk verloren. Dafür wurde der Welt ein großer Dramatiker geschenkt. Molière lernte das Metier seiner Wahl zunächst bei dem berühmten italienischen Komödianten „Scaramouche“, er reiste dann mit der Truppe der Béjarts durch Frankreich. Es sind schwierige Jahre, aber Molière schreibt, spielt und inszeniert beharrlich weiter, bis sein Ehrgeiz endlich belohnt wird. 1658 erhält die Wandertruppe eine Einladung vom Bruder des Königs und Molière wird bald Leiter des „Petit Bourbon“. Molière gewinnt die Gunst von Ludwig XIV. und kann auf diese Weise sein Theater finanziell absichern. Dennoch sorgen seine oftmals respektlosen Stücke, von „Les Précieuses Ridicules“ bis „Le Tartuffe“, wie auch sein wenig ordentliches Privatleben immer wieder für Skandale und Proteste, eine Inzestanklage wurde allerdings niedergeschlagen.
„Le Malade Imaginaire“ wird 1673 im Palais Royal in Paris uraufgeführt. Die Geschichte des „Eingebildeten Kranken“ ist eine köstliche Charakterkomödie um Schein und Sein und Krankheit und Tod. Der hypochondrische Vater Argan verweigert seiner Tochter die Heirat mit dem Geliebten, weil er aus naheliegenden Gründen lieber einen Mediziner zum Schwiegersohn hätte. Das Dienstmädchen Toinette bringt ihn dazu, sich tot zu stellen, um die wahren Gefühle seiner heuchlerischen Frau und seiner ihn liebenden Tochter zu erkennen. Auf diese ungewöhnliche Weise werden ihm die Augen geöffnet und er gestattet die Hochzeit. Dennoch bleibt sein Bedürfnis, einen Arzt in der Nähe zu wissen. Die Lösung ist absurd einfach: er selbst erwirbt formell die Doktorwürde! Das grandiose Spiel mit Verstellung als Mittel der Erkenntnis macht diese letzte Komödie Molières zu einem seiner erfolgreichsten Stücke auch heute noch. Molière, der bereits seit längerem an einer Lungenkrankheit litt, starb nach der vierten Vorstellung des „Eingebildeten Kranken“ an einem Blutsturz.



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