Homer - Odyssee-Cover

Autor: Homer
Titel: Odyssee

Verlag: Diogenes Verlag AG
ISBN: 3257207794

Preis: 9,90 Euro


Über Homer selbst, der neben der „Odyssee“ mit der „Illias“ das zweite seiner beiden Hauptwerke schuf, ist wenig bekannt. Man weiß nur, dass er im 9. und 8. Jahrhundert vor Christus gelebt hat. Den homerischen Epen ging eine mündliche Epen-Tradition voraus. Sie wurden im gehobenen epischen Stil, in Hexametern, abgefasst und dieser Tradition war auch Homer verhaftet. In jeweils 24 Gesängen bestehend aus 28000 Hexametern zählen sie zu den längsten zusammenhängenden Erzählungen der Antike. Sie sind in einer Kunstsprache verfasst, in der sich ionisches und äolisches Sprachgut vermischt. Beide Epen wurden seinerzeit schriftlich niedergelegt, und im Lauf der Jahrhunderte immer wieder abgeschrieben.
Ursprünglich jedoch wurden sie komplett auswendig gelernt und von umherreisenden Barden dem meist analphabetischen Publikum vorgetragen.
Die "Odyssee" berichtet von der Irrfahrt des griechischen Helden Odysseus, dem König von Ithaka. Sie endet mit der Heimkehr des Helden. Dort wird die Gemahlin des Odysseus, Penelope, von Freiern bedrängt, die davon ausgehen, dass Odysseus bereits tot ist. Jeder von ihnen will nun Penelope heiraten, um König von Ithaka zu werden. Sie kann sich aber durch eine List der Freier erwehren, indem sie behauptet, sie wolle noch so lange mit der Heirat warten, bis sie ein Totengewand für ihren verschollen Gemahl gewebt hat. Nachts trennt sie es aber wieder auf und beginnt am nächsten Tag von Neuem. Da Penelope nicht an den Tod ihres Gemahls glaubt, schickt sie ihren Sohn Telemachos aus, seinen Vater zu suchen.
Odysseus selbst befindet sich auf der Insel der Nymphe Kalypso, wohin er nach langen Irrfahren gelangt ist. Kalypso verspricht ihm Unsterblichkeit, wenn er bei ihr bleibt. Doch Odysseus treibt die Sehnsucht nach Hause. In der Heimat angelangt, verkleidet er sich als Bettler und vergewissert sich der Loyalität seiner Dienerschaft. Nur seine Frau und sein Hund Argos erkennen ihn. Die Freier verweigern Odysseus das Essen, um das er bittet, er gibt sich daraufhin zu erkennen und tötet sie. Der Tod der Freier verursacht beim Volk Unruhe, und man will Odysseus zur Rechenschaft ziehen. Aber die Göttin Athene greift ein und stiftet einen dauerhaften Frieden zwischen Volk und König.
Die Epen Homers hatten auf die spätere Literatur, Geschichtsschreibung und Philosophie der Griechen großen Einfluss sowohl in sprachlicher Hinsicht wie auch für die Vorstellung von Heroen und Göttern. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Homer erstmals ins Englische und Deutsche übersetzt. Besonders auf Goethe, Lessing und Herder hatte Homer große Wirkung.
Die antiken Mythen, zu denen die „Odyssee“ zählt, haben Künstler damals wie heute immer wieder zu unterschiedlich motivierten Auslegungen angeredt, weil sie in ihrer Allgemeinheit Projektionsfläche für jede erdenkliche Interpretation bieten. Die Homersche „Odyssee“ weist ihrerseits keine Psychologisierungen oder philosophische Skepsis auf. Hinweise auf Verfassung und Beweggründe ihrer Protagonisten fehlen zugunsten eines Weltbildes der unabänderlichen Tatsachen. Die trockene Gnadenlosigkeit griechischer Stoffe entbehrt trotz ihrer Mitleidlosigkeit nicht einer großen poetischen Kraft und fasziniert Leser bis auf den heutigen Tag.



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