Autor: Gabriel García Márquez
Titel: Hundert Jahre Einsamkeit
Verlag: Kiepenheuer u. Witsch
ISBN: 3596162505
Preis: 9,90 Euro
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Autor: Gabriel García Márquez
Titel: Hundert Jahre Einsamkeit
Verlag: Kiepenheuer u. Witsch
ISBN: 3596162505
Preis: 9,90 Euro
Bereits mit 16 Jahren schrieb der 1928 in Aracataca in Kolumbien geborene Márquez nach eigener Aussage zum ersten Mal an seinem 1982 mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Roman "Hundert Jahre Einsamkeit". So habe beispielsweise der erste Absatz schon damals wortwörtlich festgestanden. Die Kraft und die Erfahrung, das monumentale Vorhaben einer über sieben Generationen umfassenden, fantastisch übersteigerten Beschreibung des imaginären Dorfes Macondo, zu bewältigen, habe ihm damals aber noch gefehlt. Vier Bücher später, in denen Macondo z.T. schon eine Rolle spielt, kommt es 1967 zur Veröffentlichung von "Hundert Jahre Einsamkeit". Die erste Auflage ist bereits nach 15 Tagen ausverkauft. Weit über die möglichen geschichtlichen Fakten hinausgehend, werden in der fiktiven Familienchronik von José Arcadio und Ursula Buendía und des von ihnen mitten im Urwald gegründeten Dorfes, das in vielerlei Hinsicht die Züge von Márquez Geburtsortes trägt und sogar stellvertretend für die Entwicklung Südamerikas gesehen werden kann, fantastische Legenden und Gerüchte, die von Generation zu Generation weitergetragen werden, in den Erzählverlauf eingeflochten. Dabei spinnt Márquez ein verwirrendes Netz aus Liebschaften, entfernten Verwandten, ehelichen und unehelichen Nachkommen, die groß gewachsen und eigensinnig oder mit hellsichtigen Augen, auf die immer gleichen Namen hörend, durchs Leben gehen. Sie alle sind bestimmt durch oder werden konfrontiert mit Leidenschaften, Begierden, Krankheiten, Ängsten, besonderen Begabungen und mit der Unfähigkeit, sich wirklich an jemanden binden zu können. Márquez bewegt sich dabei geschickt zwischen verschiedenen Zeitläufen und verweist in der Beschreibung einer Begebenheit häufig zugleich auf Zukünftiges und Vergangenes. Mit der fortschreitenden Zivilisierung des Dorfes, das zunächst allein durch den regelmäßigen Besuch der Zigeuner und ihres geheimnisvollen Anführers Melchiades von den neuesten technischen Entwicklungen erfährt, ändern sich auch die politischen und wirtschaftlichen Anforderungen, die schließlich zur blutigen Niederschlagung eines Bananenarbeiterstreiks führen. Ein altes Pergament, auf dem Melchiades die Zukunft und das Ende der Buendías und des Dorfes voraussagt, wird vom letzten noch lebenden Familienmitglied gelesen. Im Moment der klarsten Erkenntnis wird Aureliano Buendía auch die Unausweichlichkeit seines unmittelbar bevorstehenden Todes bewusst. García Márquez hat mit seinem phantastischen Roman nicht nur eine neue und aufregende literarische Seite aufgeschlagen, es kommt ihm auch das Verdienst zu, die Literatur Lateinamerikas in die Welt getragen zu haben.