Max Frisch - Homo Faber-Cover

Autor: Max Frisch
Titel: Homo Faber

Verlag: Suhrkamp Verlag KG
ISBN: 3518368540

Preis: 8,00 Euro


Walter Faber hat alles im Griff. Als das Flugzeug notlanden muss, behält er einen klaren Kopf und berechnet anhand einer Landkarte die vermutliche Absturzstelle. Auch der Selbstmord seines Freundes Joachim bringt ihn nicht von seinem rationalen Lebenskonzept ab. Walter ist ganz "Homo Faber", der gestaltende, sein Leben planende und entwerfende Mensch. Der Titelheld in Frischs gleichnamigem Roman verfügt über ein rationales Weltbild, das sich durch Zufälle und ähnliche Unwägbarkeiten nicht weiter irritieren lässt, denn für die passende Erklärung ist stets gesorgt. So weit, so vernünftig. Doch dann trifft Faber auf ein junges Mädchen, verliebt sich in sie und das Schicksal nimmt seinen unberechenbaren Lauf. Er hat sich in seine eigene Tochter, von deren Existenz er bis dato nichts ahnte, verliebt und muss bitter erkennen, dass er sich gründlich verrechnet hat. Schon 1957 zum ersten Mal erschienen, ist der weltweit bekannte Roman aus der Feder Max Frischs auch heute noch literarisches Paradigma für die Suche nach Identität. Wie ein roter Faden zieht sich dieses Thema durch das gesamte schriftstellerische Werk Frischs, man denke z.B. an den "Stiller", der mit dem Satz beginnt: "Ich bin nicht Stiller" oder den sinnfälligen Titel "Mein Name sei Gantenbein". Frischs Titelhelden befinden sich allesamt im besten Mannesalter, denen sich plötzlich und unerwartete, aber dringend die Sinn- und Seinsfrage stellt. Frisch versteht es wie kaum ein Anderer, die Konstruiertheit von Sein und Schein auf das jeweilige Ich zu beziehen. Dem Leser werden individuelle Lebensentwürfe präsentiert, deren Demontage durch äußere, unbeeinflussbare Ereignisse erfolgt. Gezwungen, sich mit dem Scheitern der identitätsstiftenden Lebensplanung auseinander zu setzen, müssen die Homo Fabers, Gantenbeins oder Stillers sich an die Neukonstruktion wagen - ein Unterfangen, dem die Leser gebannt folgen. Die Frisch eigene, ausgesprochen präzise und klare Sprache verliert sich nicht in Betroffenheitsritualen, sondern bleibt stets ihrer distanzierten und reflexiven Haltung treu. So bedeutet Lesen bei Frisch , sich laufend des erzählten Erkenntnisprozesses zu vergewissern. Seine Romane, Berichte oder Erzählungen sind meisterhafte psychologische Studien, dabei stets authentisch gestaltet - kein Wunder, dass die Werke Frischs auch heute noch viel und gern gelesen werden.



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